Diabetes

Diabetes – was ist das eigentlich?

Diabetes mellitus ist eine der häufigsten Stoffwechselerkrankungen in Industriegesellschaften. Eine Diabeteserkrankung entwickelt sich aufgrund einer gestörten Insulinabgabe der Bauchspeicheldrüse, auch Pankreas genannt.

Diabetes mellitus ist der Sammelbegriff für vielfältige Störungen des menschlichen Stoffwechsels, deren Hauptmerkmal die chronische Hyperglykämie bzw. Überzuckerung ist. Daher spricht man auch von der „Zuckerkrankheit“. Doch nicht immer ist bei einem Diabetes nur der Kohlenhydratstoffwechsel gestört. Immer wieder lässt sich nachweisen, dass auch Fett- und Eiweißstoffwechsel aus der Balance geraten sind.

Das Insulin, ein lebensnotwendiges Stoffwechselhormon, das den Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel steuert, spielt bei der Entwicklung eines Diabetes eine entscheidende Rolle. So liegen die Ursachen für eine Diabetes-Erkrankung in unterschiedlichen Störungen der Freisetzung des Insulins aus den sogenannten Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse bis hin zu einem absoluten Insulinmangel.

Auslöser können außerdem graduell sehr unterschiedliche Störungen der Insulinwirkung an wichtigen Organen wie Gehirn, Leber, Muskulatur und Fettgewebe sein.

Die Diabetes-Typen

Diabetes Typ1

Diabetes Typ 1 ist eine meist erblich bedingte Autoimmunerkrankung und wird nicht von äußerlichen Faktoren beeinflusst. Auch Kinder sind schon hiervon betroffen. In Deutschland leben schätzungsweise 320.000 Menschen mit dieser Krankheit. Sie bewirkt, dass die Langerhans-Zellen (Inselzellen) der Bauchspeicheldrüse vom eigenen Abwehrsystem komplett zerstört werden. Dadurch kann der Körper kein eigenes Insulin mehr produzieren und auch keinen Zucker verarbeiten. Diabetes Typ 1 ist relativ selten. Erkrankte müssen sich ihr Leben lang Insulin spritzen.

Diabetes Typ2

Diabetes Typ 2 ist die häufigste Diabetes-Variante, mehr als 90% aller Diabetiker leiden daran. Die Veranlagung ist genetisch vererbt und die Erkrankung entwickelt sich fast immer durch ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel, wird also erworben. Früher nannte man sie „Altersdiabetes“, da sie oft erst im fortgeschrittenen Alter auftrat. Aufgrund ihrer ungesunden Lebensweise erkranken heutzutage immer mehr junge Menschen an der „Altersdiabetes“. Diese zeigt sich durch eine schwache Insulinwirkung und gleichzeitigen Insulinmangel. Beide Symptome können in vielen verschiedenen Graden vorkommen. Viele Typ-2-Diabetiker sind übergewichtig oder sogar fettleibig. Daher kommt es vor, dass bereits die Vorstufen der Krankheit zusammen mit anderen Leiden auftreten, die durch Übergewicht verursacht werden.

Die Schwangerschaftsdiabetes

Auch Gestationsdiabetes genannt, ist die Bezeichnung für eine Störung der Glukoseverwertung mit erstmaliger Diagnose des Diabetes während einer Schwangerschaft. Betroffen sind etwa 4 bis 5% aller Schwangeren - oft Mütter, die älter als 30 Jahre sind, Übergewicht haben oder schon ein Kind mit einem Geburtsgewicht über 4.000 Gramm zur Welt brachten. Schon leicht erhöhte Blutglukosewerte sind mit großen Risiken für Mutter und Kind verbunden.

Häufig verschwindet ein Schwangerschaftsdiabetes nach der Entbindung wieder, er erhöht aber in jedem Fall das Risiko, später einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln - insbesondere bei den Frauen, die während der Schwangerschaft insulinpflichtig waren.


Diabetes aus Sicht der TCM

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DIABETES aus Sicht der TCM

Im Chinesischen bezeichnet man Diabetes als “Xiao Ke”. Das bedeutet übersetzt so viel wie das „zehrende Durst-Syndrom“. Die Ursache für das zehrende Durst-Syndrom wird sowohl in einem Mangel an Yin im Körper gesehen als auch in einem Hitze-Pathogen, einer Krankheit erzeugenden Hitze, die die Lungen, den Bauch und die Nieren angreift.

In der TCM achtet man immer auf die vorliegenden Symptome, um eine Diagnose treffen zu können und die richtige Behandlung auszuwählen. Die Zuckerkrankheit kann sich – auch abhängig von der Diabetes-Form – durch verschiedene Symptome äußern, daher gibt es aus Sicht der TCM auch verschiedene Muster, die hinter diesem Krankheitsbild stehen können.

Diabetes Typ 1 aus Sicht der TCM

Bei Diabetes Typ 1 sind die Hauptsymptome Antriebslosigkeit, sehr viel Durst und erhöhtes Harnlassen. Diese Symptome treten in den meisten Fällen auf und deuten auf einen vorliegenden Nieren Yin-Mangel hin. Andere Anzeichen sind eine Neigung zu Verstopfung und häufiges Harnlassen mit viel Urin, der oft schmierig und ölig ist. Auch Nachtschweiß sowie Hitzegefühle in Füßen, Händen und am Brustbein können auftreten. Starke Erschöpfung und Schwäche sind ständige Begleiterscheinungen. In diesem Fall ist das Nieren-Yin erschöpft und dadurch die Speicherfunktion der Niere beeinträchtigt, wodurch es zu erhöhtem Harndrang kommt. Sind die Nieren schwach, funktioniert auch die Verdauung und Resorption nicht mehr richtig. Ein Yin-Mangel fördert immer Hitze-Bildung.

So kann gleichzeitig dann auch Magen-Hitze vorliegen. Ist dies der Fall, dann kommt es durch die vorliegende Hitze im Magen und Darm zu einer sehr schnellen Verdauung und somit rasch zu einem erneuten Hungergefühl und Appetit, gefolgt von einer zu übermäßigen Nahrungsaufnahme, Heißhungerattacken und Fressanfällen. Dennoch haben Menschen mit Magen-Hitze meist eine magere Statur, oft Durst und häufig Verstopfung. Auch zu Blut im Harn kann es kommen.

Weiters wird Diabetes Typ 1 aus Sicht der TCM häufig von Hitze in der Lunge begleitet – der sogenannten Lungen-Yang-Fülle. Mund und Kehle sind dann trocken, der Durst sehr groß und entsprechend große Wassermengen werden auch getrunken. Auch hier ist häufiges Wasserlassen mit viel Harn üblich.

Diabetes Typ 2 aus Sicht der TCM

Bei Diabetes Typ 2 hingegen ist die Grundursache aus Sicht der TCM eine Nässe in der Mitte und somit im Verdauungstrakt, resultierend aus einer schlechten Ernährungsweise. Ein Übermaß an nässefördernden Lebensmitteln wie Zucker, Milch- und Weizenmehlprodukte erzeugt viel Nässe in der Milz. Hinzu kommt Hitze Stress, Zeitdruck und Schlafmangel sowie Emotionen wie Wut und Zorn. Es handelt sich in diesem Fall um eine sekundäre Nässe-Hitze. Aber auch erhitzende Essgewohnheiten wie Fettiges, Gebackenes, Frittiertes und Gebackenes, viel Fleisch und scharfe Gewürze lassen Hitze in Milz und Magen entstehen. Diese entstandene Hitze dickt die vorliegende Nässe ein und bringt Schleim hervor. Dies führt wiederum zu Blut Hitze, gefolgt von Blut Stau und schlussendlich entsteht ein Nieren Yin Mangel.

Diabetes Typ 2 entwickelt sich schleichend durch die LEBENSweise und bleibt oft lange Zeit unentdeckt. Dies liegt daran, dass klassische Symptome von Diabetes Typ 1 wie häufiges Wasserlassen, erhöhtes Durstgefühl und Schwäche eher selten sind bzw. erst im fortgeschrittenen Verlauf auftreten. Weitere Anzeichen von fortgeschrittenen Diabetes Typ 2 können sein Impotenz, Libidoverlust, Bluthochdruck, Nierenbeschwerden, Blutgefäße- und Augen-Erkrankungen

Was sollte man nach TCM bei Diabetes meiden?

Besonders die westliche Ernährungsweise mit Weißmehlprodukten, Industriezucker und Fertigprodukten in Kombination mit einem Übermaß an tierischer und fettiger Kost leistet einen großen Beitrag zu dieser Krankheit. Daher ist bei Diabetes Typ 2 eine Ernährungsumstellung und viel Bewegung von absoluter Wichtigkeit.

Verzicht von Weißmehlprodukten und Zucker, denn dies wird schnell in Blutzucker umgewandelt. Bevorzugung von Getreiden und Pseudogetreiden wie Dinkel, Roggen, Quinoa, Hirse und Reis gegenüber Weißmehlprodukten aus Weizen. So kann man den Blutzucker besser konstant halten.

Verzicht besonders abends auf Kohlenhydrate, denn so hat der Körper mehr Zeit für Regeneration und der Nüchtern-Blutzuckerspiegel ist niedriger.

Vermeidung von Fertigprodukten Süßigkeiten und Softdrinks – auch diese beinhalten viel Zucker.

Reduzierung tierischer Produkte und Integration von hohen Gemüseanteilen im Speiseplan.

Wie behandelt die TCM Diabetes?

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) misst nicht die Kalorien oder Kohlenhydrate im Essen wie die westliche Medizin, sondern sucht nach einer individuellen Behandlung, um die Symptome, ihre Syndrome der Disharmonie und ihre Mangelzustände zu behandeln.

Grundsätzlich geht die traditionelle, chinesische Medizin von einem ganzheitlichen Ansatz aus. Das heißt in Bezug auf die Diabetes, dass der behandelnde Therapeut ausführliche Beobachtungen über den aktuellen Zustand des Patienten ausführt.

Die vierstufige Untersuchung besteht aus Sehen, hören und riechen, tasten und fragen. Sie beinhaltet die Untersuchung der Form, Farbe und des Belags auf der Zunge; der Gesichtsfarbe und des Gesichtsausdrucks; des Geruchs der Atemluft und des Körpers sowie der Stärke, des Rhythmus und der Qualität des Pulses.

Chinesische Kräuter können helfen, das fehlende Yin, das für die Diabetes verantwortlich ist, wieder aufzufüllen. Abhängig vom individuellen Fall werden Kräuter, die das Yin in der Lunge, dem Bauch, der Milz oder den Nieren stimulieren, verschrieben.

Die Akupunktur kann ebenfalls bei der Behandlung der Diabetes eingesetzt werden. Besonders verzeichnet die Akupunktur Erfolge als Begleitbehandlung von Diabetes Typ I. Über dem Nieren- und Blasenmeridian, der die Energie Qi transportiert, wird auf den Körper mit sanften Nadelstichen eingewirkt. So kann die Therapie bei schmerzhaften Nervenschäden ebenso zur Schmerzlinderung beitragen.

Wie die westliche Medizin legt die chinesische Medizin Wert auf eine gesunde Ernährung zur Förderung der Gesundheit. Sie hat jedoch eine andere Auffassung über die Wechselwirkung zwischen der Ernährung und dem menschlichen Körper . Die Energieeigenschaften der Nahrung entscheiden über ihre therapeutische Effektivität anstelle der Zusammensetzung von Nährstoffen. So soll der Spinat eine kühlende Wirkung haben. Er stärkt die Organe, löscht den Durst und fördert das Wasserlassen. Bambussprossen und Chinakohl sollen auch eine kühlende Wirkung entfalten während Sellerie die Niere tonisiert (kräftigt) und das Herz reinigt. Die Wintermelone hingegen ist sehr effektiv bei der Regulierung des Blutzuckers.

In der chinesischen Medizin ist die Kräutermedizin ein wesentlicher Bestandteil der Diabetes-Therapie, in der eine Vielzahl an effektiven Kräutern eingesetzt wird, darunter auch Heidelbeeren, Bittermelonen, Zwiebeln, Knoblauch, Bockshornklee, Ginkgo Biloba und der Ginseng.

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